Corporate Learning 2020:
Trends der betrieblichen Weiterbildung

Was braucht Weiterbildung 2020? – Interne vs. externe Weiterbildung

15.09.2015

Die Digitalisierung verändert den Wettbewerb – neue Technologien, Marktdynamiken und Kundenanforderungen stellen Unternehmen vor die Herausforderung des stetigen Wandels. Unternehmen mit starren Strukturen können die erforderlichen Anpassungen nur schwer bewältigen. Agieren statt zu reagieren ist angezeigt. Und dazu werden dynamische Unternehmensstrukturen und -prozesse benötigt – auch in der Weiterbildung.

Eines ist sicher: Der klassische Weiterbildungsrhythmus, indem Mitarbeiter zweimal jährlich zur Weiterbildung gehen, hat im Jahr 2020 ausgedient. Bei einer Wissenshalbwertszeit von 24 Stunden ergibt sich gerade in technologischen und forschungsintensiven Branchen ein enormer Schulungsbedarf – vor allem hinsichtlich Markt und Wettbewerb.

Wo stehen wir heute? Silo-Denken – die gelebte Praxis

In den meisten Unternehmen sind interne und externe Weiterbildung organisatorisch getrennt. Agiles Lernen findet in diesen sehr klassischen Weiterbildungsprozessen und -strukturen kaum Raum. Das firmeninterne Akademieangebot steht oft in Konkurrenz zum externen Angebot – im Kampf um Ressourcen und Auslastung. Warum eigentlich? Beide Angebotsformen erfüllen einen unterschiedlichen Bildungsauftrag.

Eigen­schaften Weiterbildungs­formen Interne Weiterbildung Externe Weiterbildung
Inhalt Soft Skills, unternehmens­technologien, -methoden und -standards
(z.B. Compliance)
Überwiegend fachliche Themengbiete
(z.B. Update für Finanzbuchhalter)
Bedarf
  • Breiter Bedarf im Unternehmen
  • Stetiger Schulungsbedarf
  • Individuell, spezifisch, bedarfs­orientiert
  • hoher Aktualitätsbedarf
Art Firmenspezi­fische Seminare, Schulungen, Trainings Offene Seminare, Tagungen, Konferenzen, Kongresse, Messen
Ziel Generelle Effizienz- und Qualitäts­steigerung in der unternehmens­internen Zusammenarbeit Performance-Steigerung des Mitarbeiters in seinem Fachgebiet


Spielt die interne Weiterbildung 2020 überhaupt noch eine Rolle?

Ein Entweder-oder ergibt sowohl heute als auch 2020 für den Lernenden und das Unternehmen keinen Sinn. Die Unterscheidung zwischen interner und externer Weiterbildung wird sich jedoch zunehmend aufweichen. Externe Weiterbildung wird an Relevanz gewinnen, da Mitarbeiter bei steigendem Innovationsdruck nur dann Bestleistungen hervorbringen, wenn sie über aktuelles Expertenwissen verfügen.

Die Herausforderung für die Personalentwicklung ist, den vielfältigen Bedarf der Mitarbeiter zu decken.

Dies mit dem eigenen Angebot und vorhandenen Ressourcen in der benötigten Geschwindigkeit bewerkstelligen zu wollen, ist für die Personalentwicklung nicht nur aufgrund der bestehenden Organisationsstrukturen unmöglich – es ist schlichtweg nicht wirtschaftlich. In der Konsequenz lässt sich das betriebliche Lernen 2020 nur durch das Zusammenführen interner und externer Angebote und einer stärkeren Verzahnung der bisher strikt getrennten Aufgaben- und Verantwortungsbereiche verwirklichen. Neue Technologien können, richtig eingesetzt, die entstehende Komplexität für Anwender transparent und steuerbar machen.

Wo liegt die Chance?

Die Personalentwicklung erlebt einen erfreulichen Wandel. Denn sie kann ihrem wesentlichen Auftrag – der zielgerichteten Personalentwicklung – zukünftig deutlich besser gerecht werden und sogar den Erfolg der Weiterbildung direkt belegen. Die Bereitstellung eines ganzheitlichen Weiterbildungsprogramms, das den Bedarf des Mitarbeiters rundum deckt und durch die Personalentwicklung gesteuert werden kann, kann schon heute gelebte Praxis statt Zukunftsmusik für Unternehmen sein. So kann Semigator zum Beispiel das Angebot dynamisch bereitstellen, die Auslastung und Nutzung durch den Mitarbeiter steuern und den Erfolg anhand von Kennzahlen messbar machen. Sie möchten den Lernerfolg messbar machen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.


Manja Hellmann

Über den Autor:

Leiterin Unternehmenskommunikation
Semigator GmbH
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